Scharfe Früchtchen

In Mitteleuropa gibt es im Gegensatz zum Rest der Welt ein tief verwurzeltes Misstrauen gegen scharf gewürzte Speisen.

Welche Gründe könnte es auch geben, sich dem scharfen Abenteuer „Chili“ auszusetzen und die damit verbundene Explosion im Mund auszuhalten? Es ist das Glücksgefühl, was sich einstellt, wenn der erste Chili-Bissen verspeist wurde!

Und……. Chili wirkt!!… belebend und damit auch aphrodisierend. Vor allem Männer lieben diese Frucht. Chilis sollen die Liebesfähigkeit und besonders die Potenz der Männer fördern. Das erklärt vielleicht die Tatsache, dass Südländer als „heißblütige“ Liebhaber bekannt sind.

Aber die Nordländer ziehen nach: ein Chiliburger auf dem Weg nach Hause ;-), die Vorliebe für  „wütende“ Öle und Chili-Glücksgewürze zeigen die Lust an der „scharfen“  Lebendigkeit und an einem intensiven Geschmackserlebnis.

Nicht zuletzt: Chilis  sind sehr gesund! Im Fruchtfleisch ist doppelt soviel Vitamin C enthalten wie in Zitronen – sie  kommen damit der Acerolakirsche nahe. Um davon zu profitieren darf man sie eigentlich nicht zu stark erhitzen oder trocknen. Rund 35 g frischer Chili decken den Tagesbedarf an Vitamin C und ein Teelöffel voll den an Vitamin A. An Carotinoiden (einer Vorstufe zum Vitamin A) werden sie von keinem Gemüse übertroffen. Capsanthin – eines der Haupt-Carotinoide – färbt zehn Mal intensiver als Beta-Carotin. Als einzige Gemüseart enthalten Chilis in beachtlichem Maß das Vitamin P (Flavonoide), das die Blutgefäße stabilisieren soll und gegen Bakterien und Viren schützt.

Neben der durchblutungsfördernden Wirkung (auch gut gegen Kopfschmerzen) bringen Chilis den Stoffwechsel in Schwung, wirken schleimlösend,  schmerzbetäubend und sie schützen die Magenschleimhaut vor aggressiven Stoffen.

Noch etwas zur Schärfe: nach dem ersten scharfen Bissen tritt schnell ein Gewöhnungseffekt der Geschmacksnerven ein und interessanterweise wirkt die Chilischärfe nicht betäubend auf die Geschmacksrezeptoren.  Somit verliert sich der Geschmack von Speisen nicht durch die Schärfe. Im Gegenteil, sie mobilisiert die anderen Geschmacksnerven, so dass es zu einer Geschmacksverstärkung kommt.

Alles in Allem: ein wunderbar „reizendes“ und wohltuendes Früchtchen – gut für Körper, Geist und Seele.

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