Orangenlikör mit Basilikum

Orangenlikör mit Basilikum
Orangenlikör mit Basilikum

Der Winter ist hoffentlich vorbei, der Frühling zeigt sich zaghaft und die einzelnen Sonnenstunden machen Lust auf mehr. Die Schneeglöcken haben sich bereits in Grüppchen auf den Wiesen versammelt und die ersten Spitzen des Bärlauchs lugen aus der Erde hervor. Bis zur ersten Ernte fehlen jedoch noch ein paar Sonnentage und so stammt das Kraut für das heutige Rezept aus dem Biomarkt.

Für den Likör werden 1 unbehandelte Orange, 120 g weißen Kandis, 2 Stiele Basilikum und 0,7 l Grappa benötigt.

Die Orange heiß abwaschen, abtrocknen und mit dem Sparschäler dünn schälen. Kandis, Orangenschale und Basilikum in eine Flasche (1 l Inhalt) geben und mit dem Grappa auffüllen. Die Flasche verschließen und den Likör 3 Wochen durchziehen lassen. Danach hat sich der Zucker aufgelöst und der Likör seine richtige Würze.

Pfefferminzschwemme im Garten – die Lösung heißt „Mojito“!


Die Pfefferminze hat die Eigenheit, sich uferlos auszubreiten (Ausnahme ist die Mentha cervinia) und deswegen der Tipp: abschneiden! Abschneiden und an schönen laune Sommerabenden einen Mojito genießen. Natürlich kann man aus der Pfefferminze auch einen herrlichen Sirup zubereiten (Grundrezept hier) oder ein Pasta- oder Gemüsegericht damit bereichern, wie z.B. hier…..sehr lecker!

Aber jetzt zum Mojito: hierzu benötigt man frische Pfefferminze, und zwar viel. Die wird grob in Streifen geschnitten und mit 1 EL Rohrzucker und einer halben in Stücke geschnittenen Limette mit einem Stößel zerreiben. Dann Eiswürfel und weissen Havanna Rum zufügen, umrühren. Mit Sodawasser auffüllen – was aber auch Ernest Hemmingway bei seinem Lieblingsgetränk nicht machte! Schmeckt gut und tut gut!

Die Pfefferminze ist ein altes Hausmittel bei Magenverstimmungen, ich habe sehr gute Erfahrung mit zerriebener Pfeffeminze bei äußerlichen Entzündungen gemacht. Auch bei Mücken- und Wespenstichen ist die Pfefferminze ein wohltuend beruhigendes Mittel.

Endlich den Sommer feiern – mit Erdbeerbowle!

Früchtebowle

Der Sommeranfang hat einen Kaltstart hingelegt, aber…. ab morgen wird alles besser! Angesagte Temperaturen zwischen 25 und 30° lassen hoffen, dass zu den Sonnentagen, die wir bisher an zwei Händen abzählen konnten, doch noch einige hinzukommen werden. Und dass die Lust auf eine warme Suppe von der Lust auf frische Früchte abgelöst wird. Und die kommen in einer Bowle so richtig gut zur Geltung….da bleibt nur zu hoffen, dass uns auch am Mittwoch die Lust am Feiern nicht verloren geht!

Früchte der Saison werden gewaschen und in Stücke geschnitten. In ein schönes Glasgefäß füllen und mit etwas Zucker bestreuen, mit Cointreau beträufeln und einem trockenen Weißwein bedecken, kühl stellen und gelegentlich umrühren. Kurz vor dem Servieren mit trockenen Sekt aufgiessen. Es gibt immer einen Grund, zu feiern – Prost! Auf den Sommer!

Der Ferrari unter den Kräuterlikören: Bénédictine

Nachdem mein gestriges Experiment gescheitert ist und ich mein Vorhaben, Kartoffelpüree mit der Reisfärbepflanze zu colorieren und hier ein farbenprächtiges Püree mit Blüten zu präsentieren,  erst einmal verschieben muß, jetzt mal was ganz anderes: eine vollkommen subjektive Empfehlung für den besten Kräuterlikör überhaupt, den Bénédictine DOM.

Der kräftige, aromatische und leicht süße Likör geht auf eine Rezeptur der Benediktinermönche der Abtei Fécamp von 1510 zurück und setzt sich aus 27 Kräuter- und Gewürzauszügen zusammen (z.B. ist Kardamom, Vanille, Koriander und Engelwurz enthalten). Das Rezept geriet zunächst in Vergessenheit, erst gut drei Jahrhunderte später stieß 1863 der französische Kaufmann Alexandre Le Gran in geerbten Unterlagen auf die geheime Formel. Nach einigen Experimenten bringt er den Bénédictine DOM auf den Markt und bereichert die Barwelt mit diesem köstlichen Tropfen bis heute. Der Aufwand bei der Herstellung ist nicht unbeträchtlich: Zunächst werden fünf verschiedene Kräutermischungen hergestellt. Vier davon werden destilliert, aus einer Mischung (mit Früchten und Fruchtschalen) wird ein Extrakt hergestellt. Die Mischungen lagern zunächst getrennt in Steingutgefäßen und werden später gemischt und abgefüllt.

Ein wirklich edler Tropfen: er schmeckt z.B. sehr fein als Digestif oder mit Sekt aufgefüllt als Aperitif.

DOM steht übrigens für „deo optimo maximo“: „dem gnädigsten und erhabensten Gott (geweiht)“…. und ist damit ein wunderbares Beispiel für gelebte Spiritualität im Alltag!

Halloween…..Hexenneujahr!

Räucherschale

„Hexenneujahr! – Ein neuer Zyklus beginnt! Er beginnt mit dem Sterben, denn nur durch das Loslassen kann Neues entstehen. Danach fängt die Zeit des Träumens an, die Zeit, in der wir er-träumen, er-schaffen, um dann zum Julfest (Wintersonnenwend) neu geboren zu werden.“

In dieser Zeit, wenn die Natur fast den Atem anhält, die Stille schwer über dem Land liegt und sich alles nach innen richtet, ist es gut, innezuhalten…..und zu reflektieren über die Themen, die uns in der Vergangenheit beschäftigt haben. Und dann sortieren wir, was zukünftig der Vergangenheit angehören soll, was in uns keinen Wachstumsimpuls mehr auslöst…..und wir verabschieden uns! ….damit Platz geschaffen wird für Neues….

Das Räuchern mt Kräutern und Pflanzen wirkt dabei unterstützend, denn mit dem Rauch steigen unsere Wünsche direkt in den Himmel!

Jedes Kraut, jede Pflanze, hat seine spezielle Wirkung:

Wacholder – wirkt reinigend und keimtötend, geeignet zum Ausräuchern von Krankenzimmern und Häusern. Bietet Schutz. Klärt und stärkt, fördert den Kontakt zur Erde. Unterstütz Ãœbergangsriten und den Ahnenkontakt.

Eibe – Weiht in Wandlungsprozesse ein, unterstützt das Loslassen und Sterben alter Dinge. Räuchern unterstützt Zeitreisen, Ahnenkontakt und Transformation. Begleitet nächtliche Visonen und stärkt inneres Wissen um die Leere aller Dinge.

Holunderblüte – Lässt den rechten Zeitpunkt erkennen, hilft bei der Findung der Lebensaufgabe. Wirkt schützend und heilend bei Heilungszeremonien. Schwellenbaum für Ãœbergangsriten.

Beifuß – Beifuß ist eine Schutz-, Segens- und Reinigungsräucherung. Unterstützt Veränderungen im Leben, stärkt das Weibliche, die Intuition und das Wissen und fördert das Traumbewußtsein. Hilft beim Prozeß des Trauerns und beim Loslassen, erwärmt die von seelischem Schmerz erkaltete Brust. Beifuß ist ideal für Räucherungen bei Ãœbergangsritualen aller Art.

Salbei – Klärend, fördert die Konzentration, reinigt Häuser, Räume und Aura.

Fichtenharz – Fichte bringt alte Wunden zum Heilen ans Licht. Klärt den Geist, fördert die Konzentrationsfähigkeit. Reinigt und schützt. Erweitert den Brustraum und das Herz.

Engelwurz – Wurzel: Gehört in jede Schutzräucherung, läßt einen schützenden Lichtmantel entstehen. Zur Reinigung alter Häuser, führt desorientierte, verstorbene Seelen zum Licht. Blüte und Same: Bringen Großzügigkeit und Vertrauen. Wirken als Antidepressiva. Helfen, das höhere Selbst besser zu verstehen. Unterstützen die Kommunikaton mit Engelwesen.

Eisenkraut – Es fördert diplomatische Fähigkeiten, unterstützt das Wirken göttlicher Gerechtigkeit. In Räumen, wo viel gestritten wird (z.B. Gericht, Kanzleien) oder wo Geschäfte abgewickelt werden, ist es ratsam, Eisenkraut zu räuchern. Es macht die Aura sympathisch. Es unterstützt Schutz- und Abwehrkräfte, richtet uns innerlich auf. Zusätzlich hilft es auch, unsere Traumerinnerung zu verbessern.

Zum Räuchern benötigt man getrocknete Kräuter, eine feuerfeste Räucherschale angefüllt mit Sand, darauf legt man ein Stück Räucherkohle. Diese wird angezündet. Wenn sie fast durchgängig glüht, wird eine Prise der getrockneten Kräutermischung darauf gestreut. Der Rauch verbindet die Wirkung der Pflanzen und die eigene Absicht und sendet sie dem großen Ganzen zur Vollendung zu…….

Nach ein paar Minuten werden die „verbrannten“ Kräuter von der Räucherkohle abgekratzt und neue werden zugeführt, so dass neuer Rauch aufsteigen kann….

Sowohl das Zitat als auch die Kenntnisse über de Kräuter sind dem Buch von Marlis Bader: Räuchern mit heimischen Kräutern entnommen -  „Anwendung, Wirkung und Rituale im Jahreskreis“, erschienen bei Kösel.

Kräutermischungen, von Marlis Bader zusammengestellt, gibt es hier zu kaufen.

Zitronengrassirup

Gestern war ich in meiner Lieblingsgärtnerei einkaufen! In der Blumenschule 022Und obwohl jetzt Anfang Oktober ist, gibt es  dort immer noch Inspirationen für Pflanzenliebhaber und Hobbyköche wie mich. Die Chilies leuchten in ihrer feurigen Farbenpracht und versprechen, unseren Stoffwechsel auch im Winter bei Laune zu halten. Die Blüten des Hongmelonensalbeis tanzen wie Elfen im Gewächshaus umher  und auch die Blüten der anderen fruchtigen Salbeisorten wie Ananas- und Fruchtsalbei sitzen schon in den Startlöchern!

Gleichzeitig werden die ersten Accessoires für Ritualgebinde und Dekorationen für die gar nicht mehr so weit entfernt liegenden  Feiertage ausgepackt….und wieder sind kleine Besonderheiten dabei, z.B. Elementarwesen in unterschiedlichen Materialien, die in der Gärtnerei und im Dialog mit den Pflanzen ihre spezielle Bedeutung bekommen.

Besonders gefreut hat mich, dass ich auch im Winter nicht auf frische Kräuter verzichten muss. So besteht das aktuelle Angebot aus Mischungen verschiedener Zimmerduftkräuter, -heilkräuter und -würzkräuter.

Eingekauft habe ich u.a. ein Zitronengras. Ich mag dieses spezielle  Zitronenaroma sehr. Es unterscheidet sich von Zitronen durch die fehlende Säure und bewirkt dadurch sehr feine Geschmacksnuancen. Im Zitronengrassirup kommt dieses Aroma komplett zur Geltung.

In der Blumenschule 011Zur Herstellung von 150ml Zitronengrassirup benötigt man 4 jeweils ca. 20 cm lange Blätter vom Zitronengras , 200 g Zucker und 250 ml Wasser.

Die Zitronengrasblätter werden in grobe Stücke geschnitten. Mit dem Zucker und dem Wasser in einen Topf geben und offen ca. 15 Minuten einkochen lassen. Den Sirup durch ein Sieb geben, die Zitronengrasstücke gut ausdrücken. Den Sirup in Flaschen abfüllen – er hält sich gekühlt mehrere Monate.

Der Sirup aromatisiert Sekt – dazu je nach Geschmack 2-3 TL in ein Glas geben und mit Sekt oder Cava auffüllen. Mit Mineralwasser gemischt gibt er eine Zitronengraslimo….. sehr gut schmeckt es auch, wenn man schwarzen oder Kräutertee damit süßt. Auch für Desserts kann man ihn verwenden – ich werde demnächst mal experimentieren……

Das Zitronengras ( Cymbopogon citratus) ist eine Zimmerpflanze, die ständig feucht gehalten werden sollte. Sie wird 80 cm hoch. In der Küche benutzt man die grünen  Blätter, die immer wieder beschnitten werden. Die häufig bei uns angebotenen weißlichen dickeren Pflanzenteile sind nicht ganz so aromatisch, sie sind im Handel, da sie für einen längeren Transport eher haltbar sind – aber dieses Problem hat man ja nicht mehr, wenn man das sehr dekorative Zitronengras als Zimmerpflanze kultiviert hat!

Den Sommer einfangen: in köstlicher Blütenbutter

Die Fülle des Sommers in köstliche Blütenbutter einzufangen ist eine leckere (und auch sehr dekorative) Idee – finde ich:

Blütenbutter und mein Gartenzwerg
Blütenbutter und mein Gartenzwerg

Man läßt 250g Butter bei Zimmertemperatur weich werden und würzt sie mit Salz, weißem Pfeffer und etwas Zitronensaft. Eine handvoll gewaschener und getrockneter Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse sowie andere (natürlich ungespritzte!) Blütenblätter (Schnittlauch, Ringelblumen, Sonnenblumen, Stiefmütterchen, Borretsch, Rosen und nicht zu vergessen die vielen Blüten von Kräutern werden der Butter hinzugefügt. Mit den Händen gut durchmischen und im Strang auf ausgebreitete Frischhaltefolie verteilen. Mit Hilfe der Folie zu einer Rolle formen, einwickeln und im Kühlschrank fest werden lassen.

Wenn die Butter fest geworden ist, schneide ich sie in ca. 3 cm lange Stücke und friere sie einzeln ein – die Butter ist ja sehr ergiebig und man hat schnell etwas außergewöhnliches zur Hand….. zum  Beispiel auf Baguette zum Apéritiv, als Schmankerl auf gegrilltem Fleisch oder als Füllung im Fisch. Auch sommerliche Gemüsegerichte werden mit der köstlichen Blütenbutter aufgepeppt.

Wichtig ist, dass die Blätter der Kapuzinerkresse ganz bleiben (und auch alle Blütenblätter, die keinen harten Blattansatz haben), denn dadurch ergibt sich nach dem Aufschneiden in Scheiben ein sehr filigranes und interessantes Muster.

Zur Siegesfeier Rosenbowle

Auch an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön allen, die für mich auf dem Gärtnerblog beim Rosen-Rezepte-Wettbewerb gevotet und dazu beigetragen haben, dass ich ihn mit meiner Köstlichen Rosentorte gewonnen habe:

Zur Siegesfeier gibt es das Rezept meines absoluten Sommer-Lieblingsgetränkes: Rosenbowle

Dazu nimmt man 5-6 Hände voll verlesene Blütenblätter von Duftrosen und gibt sie in eine Schale (kein Metall). 2-3 EL Zucker, einen viertel Liter Weinbrand und eine Flasche trockenen Weißwein dazugeben und alles abgedeckt und kühl gestellt über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag alles durch ein mit einem Küchentuch ausgelegten Sieb geben, die Rosenblätter gut ausdrücken.

Jetzt hat man eine Basis für Rosenbowle, die sich in Flaschen abgefüllt mehrere Monate hält.

Gläser – oder ein Bowlegefäß – werden zu einem Drittel mit dieser Basis gefüllt und dann mit zwei Drittel Prosecco aufgegossen. Es gibt doch immer wieder Gründe, zu feiern……..!

Rosmarinwein

Hier das wohl kürzeste (und eines der effektivsten!) Rezepte aus meiner Kräuterküche: ca. 20 cm vom Rosmarin in eine Flasche Weißwein geben und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen.

Der Geschmack ist etwas harzig und erinnert ein wenig an den griechischen Retsina. Der gekräuterte Wein schmeckt sehr gut als Aperitiv an einem warmen Sommerabend. Auch wenn Sie Ihrem Menü einen besonderen Touch geben möchten, ist der Wein eine gute Wahl….denn durch seine durchblutungsfördernde Wirkung wirkt er mild aphrodisierend…;-) und vermittelt Urlaubsfeeling pur…

Der Rosmarin entwickelt im Frühsommer hübsch kleine, lilafarbene bis hellblaue, Blüten, die auch essbar sind. Die Pflanze ist immergrün, aber leider nördlich der Alpen meist nicht winterhart. Sie benötigt viel Sonne, Wärme und einen trockenen, durchlässigen Boden.

Außer in Wein paßt Rosmarin auch zu Fisch- und Fleischgerichten, in Saucen aller Art und zu gebackenen Kartoffeln.

Kräuter, Blüten und Frucht

Foto: Constanze Wild
Foto: Constanze Wild

Je nach Geschmack, Lust und Laune sind dem Entdecken neuer Teegetränke, die mit Fruchtsäften leicht gesüßt werden, (s. vorherigen Artikel: Fru de Blu)  keine Grenzen gesetzt. Besonders Kinder experimentieren gerne herum, um ihre Lieblingskombinationen zu entdecken und erschmecken.

Neben dem Fru de Blu besteht mein zweiter Lieblingstee aus Vervaineblättern und ist gesüßt mit Ananassaft. Auch Pfefferminz- und Salbeisorten eignen sich sehr gut für das fruchtige Geschmackserlebnis. Und im Sommer, wenn uns die Blütenfülle des Gartens oder Balkons entgegenlacht kann man hiermit natürlich auch noch schöne geschmackliche und optische Akzente setzen. Die Blütenblätter der Ringelblume, von Borretsch, Salbei, Lavendel und vor allem von Duftrosen geben den Tees aus dem eigenen Garten den besonderen Touch.

Die Fotos zu den Teegetränken sind von Constanze Wild.